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Bürger schaffen eigene Buslinien

aus dem Südkurier vom 31.03.2016:

Verein ergänzt den Personennahverkehr -

Neue Initiative benötigt 30 ehrenamtliche Fahrer

von Ingeborg Meier

Rielasingen-Worblingen. "Wir sind gerade dabei die Fahrer-Crew zusammenzustellen. Dann können die Bürgerbusse voraussichtlich nach den Schulferien ihren Liniendienst aufnehmen", wirbt der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Udo Heggemann für Chauffeure im Ehrenamt. Sie werden nach dem Motto "Bürger fahren für Bürger" Passagiere in Rielasingen-Worblingen auf Strecken befördern, die vom Öffentlichen Personennahverkehr nicht bedient werden.

Eine mit elf Personen gar nicht so kleine Fahrgemeinschaft gibt es bereits. Und mit dem ehemaligen Fahrlehrer Otto Wanner auch einen Profi, der sich auch um die Fahrereinteilung und die Fahrpläne kümmern wird. Um einen verlässlichen Fahrplan gewährleisten zu können, ist man aber auf 30 Fahrer und Fahrerinnen anewiesen. "Diese Fahrer sind die Herzstücke des Bürgerbus-Projekts. Ohne sie geht nichts", so Heggemann. Er sucht nun noch gut 20 Leute, die Freude daran haben, sich ehrenamtlich als Führer eines Kleinbusses zweimal im Monat für je drei Stunden einzubringen.

Der Initiator des Bürgerbusprojektes war er Ortsseniorenrat. Seit drei Jahren hat er sich damit befasst, wie man in der Gesamtgemeinde die innerörtliche Beweglichkeit verbessern und zu den SBG-Linien ein zusätzliches Personenbeförderungsangebot auf die Beine sgtellen könnte. Vor einem Jahr legten die beiden Seniorenrat-Chefs Klaus Fenten und Udo Heggemann dem Gemeinderat ein detailliertes Bürgerbus-Konzeüpzt vor. In anderen Landesteilen erfreuen sich die von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Bürgerbusse bereits reger Nutzung. Im Kreis Konstanz ist seit Dezember 2015 ein Bürgerbus im Einsatz.

Heggemann und Fenten sind überzeugt, dass ein Bürgerbus auch in Rielasingen auf viel Akzeptanz stoßen wird und insbesondere für Senioren ein wichtiges Angebot ist: "Es trägt dazu bei, länger selbstständig und selbstbesimmt zu leben", so Fenten. Mittlerweile sind diese beiden nicht mehr nur die Vorsitzenden des Ortsseniorenrates, sondern auch des Vereins Bürgerbus 3 Rosen. Der Name wurde gewählt, weil die Ortsteile im Ortswappen durch Rosen symbolisiert werden, und die künftigen Bürgerbusse diese Ortsteile abseits der SBB-Linien auf eigenen Strecken verbinden werden. Geplant sind zwei durchgetaktete Linien mit der Möglichkeit am Pflegezentrum St. Verena von einer Linie zur anderen zu wechseln. 40 Haltestellen sollen nach einem festen Fahrplan an den Vor- und Nachmittagen der Werktage im Halb-Stunden-Takt bedient werden. Angefahren werden sollen wichtige Fahrziele in allen drei Ortsteilen - von den Einkaufsmöglichkeiten über das Naturbad, die Apotheken und Arztpraxen bis hin zu den Friedhöfen. Der Fahrpreis ist pro Strecke und pro Person mit einem Euro kalkuliert.

Der Verein, der bereits knapps 40 Mitglieder hat, wird auf ehrenamtlicher Basis das gesame operative und organisatorische Bürgerbus-Geschäft übernehmen. Die Gemeinde Rielasingen-Worblingen schafft die Niederflur-Kleinbusse mit acht Fahrgast-Sitzen an. Ihre Kosten belaufen sich nach Abzug der bereits bewilligten Zuschüsse der Landesbank auf 140 000 Euro. Die Fahrzeuge sind Behinderten-, Rollstuhl- und Rollator gerecht und auch für Kinderwagen geeignet. Sie verfügen sogar über einen Kindersitz - schließlich soll das Angebot von allen Bevölkerungsschichten genutzt werden.