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Gründung Landesverband proBürgerBus Baden-Württemberg e.V.

Aus "Die Gemeinde", Zeitschrift für die Städte und Gemeinden - Organ des Gemeindetags Baden-Württemberg, Ausgabe 22/2014:

Bürgerbusse sichern die Mobilität

Landesverband proBürgerBus Baden-Württemberg in Uhingen gegründet

"Bürger fahren für Bürger" - Männer und Frauen sichern in unterschiedlichen Bürgerbus-Vereinen in einer sich demografisch verändernden Gesellschaft vor allem eines: die Mobilität der älteren Generation. Unter Federführung von Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger und Fred Schuster vom Bürgerbus Wendlingen schlossen sich 17 Bürgerbus-Vereine im Landesverband "proBürgerBus Baden-Württemberg" zusammen.

Um die vielfältigen Bürgerbus-Einrichtungen zu bündeln, um bei Neugründungen beratend zur Seite zu stehen und den Anliegen der Bürgerbus-Initiativen auf politischer Ebene Gehör zu verschaffen, wurde am 14. September 2014 auf Einladung des Uhinger Bpürgermeisters Matthias Wittlinger und im Beisein von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Herrmann und Göppingens Landrat Edgar Wolff im Uditorium in Uhingen der Landesverband "proBürgerBus" Baden-Württemberg gegründet.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören 17 Bürgerbus-Initiativen aus dem Land. Es sind dies Bürgerbus-Einrichtungen aus Aichwald, Bad Wimpfen, Bad Krozingen, Boxberg, Breisach, Denkendorf, Ebersbach, Korntal-Münchingen, Ostrach, Pfullingen, Salach, Schramberg, Süßen, Stuttgart-Botnang, Uhingen, Wendlingen am Neckar und Wiernsheim.

Präsident des neuen Landesverbandes der Bürgerbusse Baden-Württembergs ist der Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder. Die Gründung inhaltlich umfassend vorbereitet hat Fred Schuster, Geschäftsführer des Bürgerbusses in Wendlingen. Fred Schuster wurde von der Gründungsversammlung des Landesverbandes zum Geschäftsführer bestellt. Der neue Verband hat seinen Sitz in Wendlingen.

Die Arbeit des Präsdenten Sascha Binder wird unterstützt von den Vizepräsdenten Professor Dr. Harry Dobeschinsky (Salach), Wolfgang Stierle (Stuttgart-Botnang), Markus Weyhing (Bad Wimpfen) und Gerhard Endress (Bad Krozingen). Zum erweiterten Vorstand gehören die Beisitzer Wolfgang Euchner (Uhingen), Albert Kamm (Aichwald), Thomas Stork (Breisach), Matthias D. Kohlhase (Schramberg), Diana Jäger-Hein (Korntal-Münchingen), Werner Fischer (Bad Krozingen), Helmut Benke (Ebersbach) und Hans Berger (Bad Wimpfen). Pressereferentin ist Christa Ansel. Vorstand und Geschäftsführer arbeiten - wie die Bürgerbus-Fahrer und -Fahrerinnen auch - ehrenamtlich.

Bürgerbusse sind Kleinbusse mit acht Beförderungsplätzen und ehrenamtlichen Fahrern, die im Liniendienst innerorts Menschen von ihren Wohnorten zum Einkaufen, zu Arzt- oder Behördengängen fahren. Mit einem kommerziellen Linienbusangebot sind solche Leistungen nicht wirtschaftlich erstellbar und werden deshalb auch nicht angeboten. Insgesamt gibt es im Land derzeit 26 Bürgerbusse. Der älteste Bürgerbus im Land ist der Salacher "SAMI", der seit Februar 2003 fährt. Spitzenreiter in der Fahrgastbilanz ist der Bürgerbus Bad Krozingen mit rund 90 000 Fahrgästen pro Jahr - darunter auch viele Kurgäste.

Neben diesen reinen Bürgerbussen gibt es im ganzen Land zahlreiche niederschwelligen Initiativen auf ehrenamtlicher Bass vor allem zur Schaffung oder Erhaltung der Mobilität von älteren Menschen. Auch für diese will der neue Landesverband Sachwalter und Unterstützer sein.

Neben der Beratung der bestehenden Bürgerbus-Organisationen und der Unterstützung möglicher neuer Initiativen versteht sich der neue Landesverband auch als Interessensverband gegenüber der Politik. Eine der Forderungen gilt beispielsweise der Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Bürgerbus-Initiativen. Diese wird bislang von der Finanzministerkonferenz auf Bund-Länder-Ebene abgelehnt.

Für den Präsidenten des neuen Landesverbades "proBürgerBus", Sascha Binder, steht eine ganze Reihe von drängenden Fragen im Fokus. Um Antworten zu finden, sei die Zusammenarbeit aller Verkehrsverbünde notwendig. Wichtig sei auch das Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden über die Frage, wie die Unterstützung der Bürgerbusse aussehen könne. Denn längst nicht auf allen kommunalen Ebenen komme beim Thema Bürgerbus Euporie auf, so der Präsdent des Landesverbandes "proBürgerBus" und Landtagssabgeordnete Sascha Binder.

Beim Bemühen, öffentlichen Nahverkehr auch in der Fläche zu sichern, könne das Land von den Bürgerbusvereinen einiges lernen, betonte Verkehrsminister Winfried Herrmann bei der Gründungsversammlung in Uhingen. Bürgerbusse seien keine Konkurrenz, sondern wichtige Bausteine, weil sie das ÖPNV-Angebot erweiterten, weil sie lokale Ressourcen aktivierten, weil sie nahe am Menschen seien. Bürgerbusse seien der "ÖPNV von unten, der den ÖPNV von oben ergänzt".

Bürgerbusse verdienten die Aufmerksamkeit der Politik. Er wolle sich dafür einsetzen, schnell passendere Kriterien zu entwickeln, wie beispielsweise die Fahrzeugförderung dem derzeitigen Fahrzeugangebot besser gerecht werde. Und es gebe einiges, wo das Land Klarheit schaffen könne, so der Minister, etwa in der Auslegung des Personenbeförderungsgesetzes oder den Kriterien für den Führerschein zur Fahrgastbeförderung. Im Blick auf eine bessere Mobilität im ganzen Land sei die Zusammenarbeit mit dem neuen Landesverband "proBürgerBus" von großer Bedeutung.