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Verbandstag des Landesverbandes proBürgerBus Baden-Württemberg e.V. am 16.09.2018 in Uhingen

Anlässlich des diesjährigen Verbandstages des Landesverbandes proBürgerBus Baden-Württemberg e.V. in Uhingen konnte Präsident Sascha Binder, MdL, Delegierte von 16 der 28 im Verband organisierten Bürgerbussen begrüßen.

Bürgerbusse etabliert

Der vor 4 Jahren an selber Stelle gegründete Landesverband hat sich in den vergangenen Jahren eine feste Position als Interessensvertretung der ehrenamtlich organisierten Mobilitätsangebote im öffentlichen Raum erarbeitet. Dies dokumentierte sich auch in der Liste der Ehrengäste. Neben Gastgeber Bürgermeister Matthias Wittlinger, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Bürgerbusses Uhingen ist, den Landtagsabgeordneten Nicole Razavi und Peter Hofelich konnte der Präsident Herrn Thomas Mager, Referatsleiter im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, den Geschäftsführer der baden-württembergischen Omnibusunternehmer ‚ WBO, Herrn Dr. Witgar Weber und Herrn Markus Streng von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg begrüßen. Ein besonders herzliches Willkommen galt den Vertretern des Landesverbandes pro Bürgerbus Nordrhein-Westfalen, dem Vorsitzenden Franz Heckens und den neuen hauptamtlichen Geschäftsführer Rolf Peuster. Mit dem weitaus größten Landesverband verbinden die baden-württembergischen Akteure nicht nur gemeinsame Ziele in Richtung Deutschland und Europa. Die freundschaftliche Begleitung und Unterstützung aus dem Westen hat hier entscheidend zum Aufbau des Bürgerbuswesens in unserem Bundesland beigetragen.

In den zahlreichen Grußworten wurde die hohe Akzeptanz der ehrenamtlichen Verkehre deutlich. Matthias Wittlinger freute sich, dass der Verband zum zehnjährigen Jubiläum des „ULi" an die Stätte seiner Gründung zurückkehre. Er nutzte das Grußwort, um den Motor des Uhinger Bürgerbusses, Wolfgang Euchner, der auch Mitglied des Vorstandes des Landesverbandes ist, für 10jährige Tätigkeit zu ehren. Nicole Razavi für die Abgeordneten des Landtags sprach von sozialen Projekten, die in ihrer Wirkung weit über die Sicherstellung der Mobilität vor allem für ältere Hinausgehen und sicherte die weitere Unterstützung über alle Fraktionen hinweg zu. Thomas Mager überbrachte zunächst die Grüße des in Kalifornien weilenden Verkehrsministers Winfried Hermann, bevor er auf die gemeinsam erreichten Förderfortschritt einging. Dr. Witgar Weber betonte, dass die Busunternehmer im Land den Bürgerbussen keineswegs ablehnend gegenüber stehen. Dort wo sie als Ergänzung zu den Linienverkehren fahren, stellen sie einen wichtigen Beitrag zum Mobilitätsnetz dar. Abschließend überbrachte Franz Heckens die Grüße der Bürgerbusse aus NRW und stellte die dortigen Rahmenbedingungen heraus und die gute Zusammenarbeit der drei großen Landesverbände in NRW, B-W und Niedersachsen heraus.

Präsident Binder ging in seinem Bericht zum einen auf das Erreichte im Förderwesen des Landes. Mit der Wiederaufnahme in das allgemeine Busprogramm, einem einheitlichen Antragszeitraum, der differenzierteren Förderung nach Fahrzeugarten, der Förderung von zwischenzeitlichen Ersatzbeschaffungen sowie die Ermöglichung einer Doppelförderung von e-angetriebenen Fahrzeugen sei man erheblich vorangekommen. Die Bürgerbusse seien damit auf Augenhöhe mit den „großen" Bussen. Leider hinke die Fahrzeugtechnik hinterher. Ein entsprechendes Basisfahrzeug mit 8 Sitzplätzen, Niederflurigkeit und E-Antrieb mit 3,5to zulässiges Gesamtgewicht sei leider immer noch Zukunftsmusik.

Bei der sogenannten institutionellen Förderung der Bürgerbusse, also der Förderung der Verwaltungsarbeit, ist man ebenfalls einen großen Schritt vorangekommen. Mit der von Thomas Mager bereits für 2018 angekündigten Verwaltungskostenpauschale löse man die ungerechte Bezuschussung der Aufwendungen für die Personenbeförderungsscheine ab, die zuletzt ohnehin nur noch 50% der tatsächlichen Kosten betragen habe. Mit der vom Verband geforderten Verwaltungskostenpauschale und ihrer Einbettung in eine Förderrichtlinie stelle man das Engagement der Bürgerbusbetriebe vor Ort auf eine verlässlichen und kalkulierbare Basis.

Neben der Arbeit im politischen und technischen Bereich führe der Verband vor allem Beratungen von Interessenten und Projekten durch. Weiterhin sei er auf einer Vielzahl von Informationsveranstaltungen unterwegs. Diese Aufgaben übernimmt im Wesentlichen Geschäftsführer Fred Schuster. Bei den Beratungen, so Schuster, wisse man am Anfang nicht, wo die Reise vor Ort hingeht. Geht es wirklich in Richtung eines Linienverkehres nach dem Personenbeförderungsgesetz oder ist eher ein niederschwelligeres Angebot wie etwa ein Rufbusverkehr realisierbar. Da die Aufwendungen für die Beratungen – dies seien nur Fahrtkostenersätze, da das Budget sehr eingeschränkt ist – von den Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden müsse man im kommenden Jahr mit den Mitgliedern diskutieren, ob dies auch weiterhin so wahrgenommen werden kann. Ebenso müsse man über eine Öffnung des Verbandes hin zu eben diesen niederschwelligeren Angeboten diskutieren, so Präsident Binder. Einer weiteren Bitte des Landes wolle man sich auch im kommenden Jahr widmen. Es gehe um die Rahmenbedingungen für eine zumindest teilweise Integration in die Verkehrsverbünde. Das Land wünsche eine Präsenz auf den Fahrplanplattformen und zumindest eine Anerkennung der Fahrausweise. Wie eine weitere Kooperation aussehen kann, müsse man nun diskutieren.

Angesichts des Finanzvolumens von rund 3.000 € Einnahmen wie Ausgaben waren sowohl der Kassenbericht von Vizepräsident Johannes Mayer als auch der Bericht der Kassenprüfer sowie die Entlastung, die Bürgermeister Wittlinger für die Mitglieder durchführte, schnell abgehakt. Bei den anstehenden Wahlen wurden Präsident Sascha Binder, Vizepräsident Johannes Mayer, die 8 Beisitzer im Vorstand Diana Jäger-Hein, Korntal-Münchingen, Wolfgang Euchner, Uhingen, Helmut Benke, Ebersbach, Werner Fischer, Bad Krozingen, Hans-Jürgen Berger, Bad Wimpfen, Albert Kamm, Aichwald, Matthias M. Kohlhase, Schramberg und Gerd Schmucker, Denkendorf sowie Kassenprüfer Willi Wiemann aus Bad Krozingen in ihren Ämtern bestätigt.

Abschließend bedankte sich Präsident Binder bei den Gastgebern für die perfekte Organisation der Veranstaltung sowie für die von der Gemeinde Uhingen dem Verband gestiftete Fahne.

Im Anschluss an der Verbandstag fand dann die offizielle Feierstunde aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des ULi, des Uhinger Bürgerbusses statt. ULi steht für die Uhinger Linie. Neben zahlreichen Grußworten von Verband, Ministerium, Bürgerbussen aus ganz Baden-Württemberg und zahlreichen Bürgermeistern aus dem Umland war sicherlich der Rückblick von Wolfgang Euchner unter dem Motto „10 Jahren in 10 Minuten" das Highlight.